HobenKöök, Hamburg
Restaurant mit Markthalle (2018)
Blick in die HobenKöök vom Eingang aus.
Photo: Bina Engel
Im Gastraum laden verschiedene Sitzbereiche zu unterschiedlichen Genusserlebnissen ein – vom schnellen Kaffee bis zum entspannten Menü in großer Runde.
Photo: Bina Engel
Bei Festivitäten werden die Tische zu großen Tafeln zusammengeschoben.
Liebevoll abgestimmte Accessoires ergänzen die einladende Wirkung der Möblierung.
Im Markt sorgen Produktvielfalt und kompetente Beratung für ein anregendes Einkaufserlebnis.
Auf der großen Terrasse kann man beim Essen die Sonne genießen.
Leitlinie unsers Entwurfs war es, Altes und Neues zu verbinden und damit die Geschichte dieses besonderen Ortes weiterzuerzählen.
Deshalb wurden die Spuren der Zeit nicht beseitigt. Der Raum wurde mit einem Mix aus alten und neu entworfenen Möbeln gestaltet.
Photo: Bina Engel
Der Stil der neu entworfenen Möbel ist zeitlos modern. Als Material wurden alte Gerüstbohlen verwendet, die ihre eigene Geschichte erzählen.
Die warme, gastliche Atmosphäre der Holzmöbel haben die HobenKöök-Inhaber mit liebevoll ausgewählten Accessoires ergänzt.
Rollbare Blumentröge dienen als Raumteiler.
Auf diese Weise können die Bereiche je nach Bedarf unterteilt werden.
Gastraum und Marktbereich gehen fließend ineinander über. Damit die große Halle weiterhin flexibel aufgeteilt werden kann, ist die Kücheninsel außermittig positioniert.
Im Gastraum gibt es drei Zonen mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten: Ein Bereich mit Bänken, einer mit alten Schulstühlen und einer mit bequemen Holzsesseln.
Die Sesselmodelle, die für die bequeme Bestuhlung in Frage kamen, haben wir mit einfachen Visualisierungen auf ihre Raumwirkung getestet.
Das Ergebnis des 'Stühlecastings' wurde in dann ins Hauptrendering eingefügt, um Farben und Materialien zu prüfen.
Der 'Stammtisch' besteht wie alle neuen Möbel aus alten Gerüstbohlen und beherbergt eine bunte Kollektion historischer Stühle.
Die Küche ist das geschäftige Zentrum der Halle.
Hier wird nicht nur gekocht, in den Kühlvitrinen auf der Marktseite werden auch die frischen Zutaten gelagert und verkauft.
Die Gäste können beim Kochen zusehen. Wer Speisen aus dem Restaurant zuhause nachkochen möchte, erhält die Zutaten direkt im Markt.
Auch die Köche lassen sich von den Zutaten in den Vitrinen inspirieren und brauchen vorhandene Vorräte so auf, dass der Markt nachhaltig und ohne unnötige Abfälle funktioniert.
Auch im Markt ergänzen sich alte und neu gefertigte Möbel unmerklich.
Durch die sorgfältig geplante Lichtstimmung erinnert die Gemüseauslage an Stillleben alter Meister.
Aus dem einfachen Prinzip der Obstkiste wurde ein flexibles Regalmöbel entwickelt, in das alle verpackten Waren passen.
Da die Regale rollbar sind, kann auch die Unterteilung des Marktes in Gassen und größere 'Plätze' jederzeit verändert werden.
Blick in die Einkaufsgassen.

Die Herausforderung: Gratwanderung zwischen gestern und morgen
Ein lange, wechselvolle Geschichte, drei willensstarke Betreiber, ein flutgefährdeter Standort: Neben Feingefühl und Kreativität waren Teamgeist und Kooperationsfähigkeit maßgebliche Erfolgsfaktoren dieses einzigartigen Projekts im Hamburger Oberhafen. Neues Design und altes Mobiliar, ästhetisches Empfinden und der Wunsch nach Bequemlichkeit, die Erinnerung an gestern und der Blick auf morgen geben sich hier die Hand und schaffen die atmosphärische Kulisse für ein besonderes Nutzungskonzept, das Gastronomie und Markt verbindet.
Das Konzept: Ein Umschlagplatz für alte Geschichten und neue Ideen
Großzügig, luftig und von industriellem Charme: So lässt sich die Atmosphäre der alten Hafenhalle auf den Punkt bringen – eine Ausgangssituation, die vom Gestalter Sensibilität und von den Betreibern Thomas Sampl, Neele Grünberg und Frank Chemnitz viel Vorstellungskraft erforderte. Entstanden ist ein lebendiger einladender Raum, der den Gedanken der Nachhaltigkeit mit dem Wunsch nach einer zeitlosen, flexiblen Innenraumgestaltung vereint. Der Möglichkeit einer Überflutung wird konzeptionell ebenso Rechnung getragen wie der Synthese aus Einkaufen und Genießen.
Bei Gefahr beweglich bleiben
Regionale Produkte zum Verkauf anbieten und alte Rezepte in modernes Slow-Food verwandeln: Der Anspruch, aus Traditionellem Neues zu entwickeln liegt sowohl dem Gastronomiekonzept als auch der Gesamtgestaltung zugrunde. Regalmöbel, Tische und Bänke, Blumentröge und Lichtkonzept entstanden unter der Ägide der Architekten, liebevolle Einzelstücke aus alten Ladeneinrichtungen und individuelles Dekor ergänzen das Interieur perfekt. Und wenn die Flut kommt? Dann sorgt eine Hebebühne dafür, dass die rollbaren Möbel und flexiblen Küchenmodule auf der Galerie einen trockenen Platz finden oder über eine Außenrampe per LKW in Sicherheit gebracht werden können.
Rembrandt lässt grüßen
Wie beim Mobiliar liegt auch beim Beleuchtungskonzept das Augenmerk auf maximaler Flexibilität und Nachhaltigkeit. Stimmungsvolle Lichtinseln und ein sorgfältig illuminiertes Tragwerk setzen den Raum in Szene. Eigens für die Strahler an den Trägern wurden spezielle Halterungen entwickelt. Bänke und Stammtisch laden im Licht aufgearbeiteter Werkstattleuchten zum Verweilen ein. Durch eine punktuelle, warme Beleuchtung präsentieren sich Obst- und Gemüseauslagen wie Stillleben alter Meister, deren wunderbare Lichtstimmungen bis heute faszinieren.
„Ein Stuhl muss nicht nur formschön, sondern auch bequem sein. Deshalb unterzogen wir gemeinsam mit unseren Auftraggebern eine Vielzahl von Stuhlmodellen optischen und praktischen Tests, denen letztlich nur ein Modell standhielt.‟